Spuren unserer Zeit… 2010 war global gesehen laut Aufzeichnungen das wärmste Jahr seit 1880 und einige Spuren unserer Zeit sind nicht mehr auszuradieren:
- In Pakistan (4.905 km von Wien entfernt) ist mit 53,3 Grad die höchste je gemessene Temperatur registriert worden.
- Auch in Los Angeles und Moskau (9.819 km bzw. 1.671 km von Wien entfernt) gab es Rekordtemperaturen, jenseits der Normalität.
Nicht nur bei den Temperaturen stach 2010 mit Rekorden hervor:
- Naturkatastrophen sind mit mehr als 900 Ereignissen überdurchschnittlich hoch.
Ein Blick in unsere Zukunft:
Viele Forscher führen die Erderwärmung auf den Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2) zurück und rechnen damit, dass in den kommenden Jahrzehnten mehr Überschwemmungen, Dürreperioden und ein Anstieg des Meeresspiegels zu erwarten sind.
Ist Österreich eine Insel der Seligen? UN-Klimagipfel
Am Samstag, dem 11.12.2010 ging der UN-Klimagipfel in Cancun nach zweiwöchigen hart geführten und teilweise dramatischen Verhandlungen um 4 Uhr früh jubelnd zu Ende:
- Das erste Verhandlungsergebnis (u.a. ein Bekenntnis der Erderwärmung) umfasst die Fortführung des Kyoto-Protokolls.
- Das zweite verweist – auf das von der Wissenschaft vorgegebene Klimaziel: Die Reduktion des Treibhausausstoßes der Vereinigten Staaten und der Entwicklungsländer bis 2020.
- Die Delegierten beschlossen ebenfalls einen Hilfsfonds für „arme“ Länder einzurichten und
- den Schutz tropischer Wälder besser zu organisieren.
- Mit Hilfe der Weltbank soll ein “Grüner Klimafonds” etabliert werden. Man war sich einig, dass die dringende Notwendigkeit besteht, bis 2020 jährlich rund 100 Milliarden Dollar (75 Milliarden Euro) Klimahilfsgeld zu budgetieren.
- Erstmals wurde das sogenannte Zwei-Grad-Ziel (die Erderwärmung soll um nicht mehr als 2 Grad steigen) von der Weltgemeinschaft offiziell anerkannt.
- Die Treibhausgasemissionen sollen drastisch gesenkt werden.
Die Staatengemeinschaft habe sich als handlungsfähig erwiesen. Frage oder Tatsache?
Offene Punkte:
- Ein großer Knackpunkt sei allerdings die rechtliche Verbindlichkeit der Verhandlungsergebnisse.
- Wie sieht zum Beispiel die Rolle der Industrie aus?
- Bzgl. des Schutzes unserer Wälder sind harte Spielregeln zwar diskutiert worden, jedoch ist es noch unklar inwieweit sie umgesetzt werden sollen.
- Die Finanzierung – privat oder öffentlich – ist nicht noch offen.
- Sollen die Regeln für handelbare Verschmutzungsrechte erst im Dezember 2011 in Südafrika weiter verhandelt werden?
- Soll das Kyoto-Protokoll fortbestehen, in dem sich etwa 40 Industriestaaten zu einer Verringerung ihrer Treibhausgase verpflichtet haben?
- Es blieben noch viele rechtliche Fragen ungeklärt.
Das Protokoll ist der einzige international bindende Vertrag zum Klimaschutz.
Ziel der Konferenz war eine stärkere Beteiligung von Schwellenländern. Staaten wie China, Brasilien und Indien wehren sich jedoch dagegen, die Aufholjagd ihrer wirtschaftlichen Entwicklung mit Vereinbarungen zum Klimaschutz zu bremsen.
Ziele, die sich die Vertragspartner gesetzt und vorgelegt haben, werden nicht automatisch zu rechtlich verbindlichen Kyotozielen.
Vertreter fast aller Staaten lobten die Ergebnisse ausdrücklich. Sie sprachen angesichts der konzentrierten, ergebnisorientierten Arbeit der Staaten von “einem neuen Geist des Multilateralismus”, der von Cancun ausgehen könnte.
Der amerikanische Gesandte sprach am Freitag von einer guten Basis für weitere Fortschritte in die Zukunft. China und Indien äußerten sich ebenfalls zufrieden. Diese drei Länder sind die größten Produzenten von Treibhausgasen.
Bis “2050″ sollen, vertraglich fixiert, die Staaten eine “substanzielle Verringerung” der Treibhausgase erreichen. Als “Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht” wertete unser Umweltminister das Ergebnis. “Ein Scheitern des Gipfels wäre für den Weltklimaschutz katastrophal gewesen.“
Nur stellt sich die Frage, wie man die Wörter Scheitern und Erfolg definiert?
Bahnbrechende Verhandlungsergebnisse?
Über die wirklich bahnbrechenden Verhandlungsergebnisse der zweiwöchigen Konferenz lässt sich streiten. Haben 192 UN-Staaten wirklich verhandelt und sinnvolles erarbeitet?
Leider ist das die bittere Realität, dass reiche Industriestaaten sich der brisanten Situation nicht bewusst sind und sich weigern der Wahrheit ins Gesicht zu schauen. Wird die Ausbeutung der Erde weiterhin in diesem Ausmaß betrieben, brauchen wir am Ende 3 Planeten um uns Homo sapiens zu versorgen!
Wer bestimmt über das Wohlehrgen der gesamten Menschheit, Flora und Fauna, unser aller Heimat “genannt Planet Erde”? Sind es wirklich 192 UN-Staaten, oder sind es wenige, die über das Wohl aller entscheiden? Sind wir wirklich machtlos und an die Diktatur der Industrie gefesselt?
Verständnis – gleich null?
Wollen oder können wir noch verstehen, was um uns geschieht?
Ist die Politik an einem heranzüchten mindergebildeter Staatsbürger interessiert? Funktioniert unsere Gesellschaft wirklich besser, wenn die Bürger – aufgrund geringer Bildungsstandards – leichter von Politik und Industrie gefügig gemacht werden können?
Brauchen wir in unserer modernen Welt noch Querdenker und die allgemeingebildete Mittelschicht?
Oder wird es in Zukunft immer einfacher, die breite unterdurchschnittlich gebildete Masse zu lenken und zu kontrollieren?
Ist der Verlust an Wissen gleichzusetzen mit dem Verlust der Entscheidungsfreiheit? Oder gar mit dem Verlust des Wahlrechtes?
Was für ein Bild wollen wir unseren Kindern und Enkeln weitergeben?
Welche Welt wollen wir Ihnen hinterlassen? In welche Richtung sollen diese Führen? Richtung Verderben, minderen Allgemeinwissens und Diktatur der Wirtschaftskiller?
Wie lange sehen wir noch zu?
Liegt unsere Zukunftsvorsorge wirklich in Aktionsfonds und Geldanleihen? Was ist richtig, was ist falsch? Ist die Investition in die Bildung unserer Kinder die bessere Zukunftsvorsorge? Oder ist es dafür schon zu spät?
Haben wir, den Tieren schon jeglichen Lebensraum genommen? Stehen Einzelinteressen diverser Staaten bzw. Industrieller über unserer Existenzgrundlage, unserem Lebensraum?
Die Welt wird sich sicher weiter drehen… wir hinterlassen täglich unsere Spuren und am Ende unserer Zeit, werden wir erleben, in welche Richtung wir gegangen sind! Rückschritt oder Fortschritt? Und beides liegt in der Definition des Betrachters.
Möchten wir wirklich noch unsere Zukunft selbst gestalten? Sind wir uns noch bewusst, dass wir für unser Tun und Handeln immer noch selbst verantwortlich sind? Können wir noch Ethik, Mitgefühl und Verantwortung zeigen?
Es liegt an uns, denn…
“Diese Welt ist schnell und hat verlernt beständig zu sein, die Zeit rinnt durch unsere Hände schneller als es uns lieb ist – verschont nichts und niemand, auch das was du liebst nicht.”